43einhalb stellt vor: Viola Beuscher Ceramics

Ein Interview mit Viola Beuscher, der Gründerin von Viola Beuscher Ceramics.

Zum 20. Geburtstag der New Balance 991 Silhouette dürfen wir euch den heißen M991SBN – Made in England bei 43einhalb ganz exklusiv in Deutschland anbieten. Und weil wir den Schuh so feiern, haben wir es uns nicht nehmen lassen, neben einer eigenen Kaffeeröstung von Reinholz Kaffeerösterei für jeden Kunden eine handgemachte, limitierte Tasse von Viola Beuscher Ceramics im Colorway des Schuhs anfertigen lassen.

Was genau Viola Beuscher Ceramics macht und wer dahinter steckt, lest Ihr hier im Interview mit Viola:

  • Hey Viola, stell Dich und Dein Team doch kurz mal vor.

Die kleine Mini-Firma »Viola Beuscher Ceramics« besteht aktuell aus 4 Mitgliedern und Rubi, unserem Hund. Jeder hat seinen eigenen kleinen Bereich und ist dafür auch vollständig verantwortlich. Generell teilen wir uns ein in ein Werkstatt Team, bestehend aus Lili und mir, und einem Team für die Abwicklung, bestehend aus Giangi und Philip. 

 Lili und ich sind für das Herstellen der Keramiken zuständig, besprechen neue Produkte und halten die Werkstatt am Laufen. Meine Aufgabe ist es dazu unseren Instagram Kanal zu bespielen, Kunden zu treffen und zugegebenermaßen stecke ich bei allen anderen auch meist ziemlich tief mit in der Arbeit mit drin und bin Ansprechpartner bei Problemen. Philip organisiert uns als Firma, plant Aufträge, macht (zum Glück!!!) die Buchhaltung und hat unser Finanzwesen und die Emails im Blick, während Giangi für das Packaging von Online Shop Bestellungen zuständig ist. Dazu kommt, dass er mir immer wieder mit Foto- & Filmmaterial für Instagram unter die Arme greift.

Das Team von Viola Beuscher Ceramics
  • Du hast den mutigen Schritt gewagt, einen eigenen Laden mit deiner Töpfer-Kunst ins Leben zu rufen. Wie kam es dazu?

Vor nun knapp 5 Jahren haben mich Freunde, Patrik und Gökhan von Goose Gourmet in Frankfurt, dazu gebracht in ihrem Fine Dining Restaurant einen Tapas Abend mit meinem Geschirr zu veranstalten. Sie hatten vorher bei mir zu Hause von meinem Geschirr gegessen und waren so auf die Tapas-Abend Idee gekommen. 

Nach dem Abend kamen auf einmal kleinere Aufträge und ich war irgendwann fast schon gezwungen mich selbständig zu machen. Und dann habe ich irgendwann abends mit meiner ehemaligen Mitbewohnerin in der Küche gesessen und habe entschieden: ich versuche es jetzt einfach! Mir war sehr klar, dass es nicht einfach wird, aber ich hatte ein gutes Gefühl. Deswegen sage ich immer eher: Das Töpfern kam zu mir. 

  • Was stellt ihr in eurer Werkstatt her?

Alles was auf den Tisch kommt: Teller, Vasen, Schalen, Becher… Wir haben das Glück, dass wir in verschiedenen Bereichen Arbeiten. Zum einen haben wir unseren Online Shop, den wir alle 3-4 Monate mit einer neuen Kollektion bestücken. Zum anderen arbeiten wir mit Gastronomen zusammen und erstellen individuelle Produkte für Restaurants und Cafés und dann machen wir ab und an auch Cooperationsarbeitern, wie beispielsweise mit 43einhalb.

  • Woher bekommt ihr die ganzen Ideen? Wie entsteht ein neuer Entwurf?

Für Ideen und die Umsetzung von neuen Produkten sind Lili und ich zuständig. Wir bringen uns gegenseitig oft Bücher und kleine Zeichnungen mit, besprechen Ideen und sammeln Inspiration im Alltag – manchmal bringen uns Freunde auf neue Ideen, manchmal sind es Reisen und der damit verbundenen Input. Ich selber gehen bei der Entwicklung von Produkten primär emotional vor, das heisst ich überlege welches Gefühl bei dem Nutzer ausgelöst werden soll, welche Funktion und Stellenwert das Produkt haben könnte, was man fühlt, wenn das Produkt berührt wird, welche Message es senden soll. Wichtig ist aber immer: Alle im Team sollen hinter den Produkten stehen und jeder hat ein Veto Recht!

  • Wie viel Arbeit steckt in so einer Tasse?

Das Schwierige beim Erstellen von Keramik ist, dass es viele Schritte gibt und diese auch sehr penibel ausgeführt werden müssen, damit das Produkt am Ende gut ist. Das bedeutet auch, dass in jedem Schritt auch Fehler passieren können, die irreversible sind, sodass das Produkt neu erstellt werden muss.

Zunächst wird der Ton geknetet, also homogenisiert und von potentiellen Luftlochern befreit, da das Gefäß sonst später im Ofen deswegen platzen könnte. Dann wird das Material abgewogen und das Produkt an der Töpferscheibe erstellt. Nach ca einem Tag wird „abgedreht“ – der Becher wird in diesem Schritt quasi perfektioniert und versäubert durch das Ansetzen eines speziellen Messers. Danach wird gestempelt und das Produkt trocknet ca 10 Tage im Regal. Während dieser Zeit wird es einmal abgeschwämmelt, damit die Oberfläche schön sanft wird. Nach dieser Zeit steht der erste Brand an, der Schrühbrand, mit dem Ziel die restliche Feuchtigkeit dem Produkt zu entziehen. Sobald der Brand abgeschlossen ist, werden die Produkte nochmal abgeschliffen mit Wasser und einem Schleifblock und trocknen dann wieder einen Tag aus. Am Tag drauf wird glasiert und der Ofen mit dem glasierten Bechern eingeräumt. Nach ca 24 Std ist der Becher dann gebrauchsfertig.

  • Was würdest du Debütant/innen empfehlen, die gerne selbst mal eine Runde Töpfern möchten?

Manchmal habe ich das Glück, dass Freund:innen ihre Kinder mit ins Studio bringen und da kann man total gut beobachten: Sobald man einfach nur »macht« und sich auf das Material einlässt, kommen die tollsten Sachen raus. Und: nur weil Keramik seit einigen Jahren ein Trend ist, ist es nicht direkt einfach zu Töpfern. Also nehmt euch Zeit dafür, lest euch ein, fragt erfahrene Leute nach Hilfe und habt erstmal Spaß bevor ihr euch über grade Kanten und wackelnde Böden Gedanken macht.

Vielen Dank Viola für das ausführliche Interview & eure tolle Arbeit!

 

Alle Infos zum Release des New Balance M991SBN bekommt ihr hier:

New Balance »M991SBN« bei 43einhalb

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